Outdoorkochen

  


Mampf für Dampf! Draußen schmeckt es zweimal so gut, wenn es ordentlich regnet oder stürmt und auch bei Sonne schmeckt es nicht weniger gut. Jedoch ist dann das Kochen auch deutlich leichter, wenn man keine echten Schwierigkeiten mit Wetter, fehlendem Material und einer mauligen Gruppe nach einem langen Tag hat. Ob auf dem Feuer oder auf dem Kocher: Kochen draußen macht riesigen Spaß und  es schmeckt meistens! Und mit Kreativität kann man draußen richtig zaubern…..lasst es euch  schmecken! Wer mehr wissen will..wir bieten auch Camps und Seminare zum Thema Outdoorküche an.



Themen dieser Seite:

  • Kochen draußen…Basics
  • Nahrungsmittelhygiene Basics
  • Materialien
  • Kochen mit Kids
  • Kochstellen

Impressionen Kochen draußen…mehr als nur Fleisch auf den Grill!


Auszug aus der aktuellen Ausbildungsschrift „Camporga 2017″…weiterlesen>>

Feuer – Hot Stuff!…weiterlesen>>

Lagerküche…weiterlesen>>


Verpflegung und Kochen auf Touren mit wenig Gepäck und Ausrüstung

Unterwegs sein heißt entweder alles mitzunehmen oder unterwegs ggf. die Infrastruktur von Hütten  oder Camps zu nutzen. Führt man alles mit, und wird die Tour länger, so hat man im Regelfall viel Trockenware dabei. Für kurze Touren und die ersten Tage von langen Touren kann man auch Nassware mitnehmen, wenn man noch etwas Luxus möchte. Je nach Rucksackgröße….

Diese Trockennahrug kann aus folgenden Dingen bestehen:

  • vorbereitete, eingeschweißte Trockengerichte aus dem Outdoorfachhandel 
  • Spaghetteria…Tütensuppen und einfache, deutlich billigere Trockenmahlzeiten aus dem Supermarkt  (nicht in jedem Land gibt es einer derart riesige Auswahl der verschiedensten Suppen, Nudeln etc.!)
  • Hülsenfrüchte
  • Trockengemüse/-früchte
  • Trockenfleisch /- fisch
  • Mehl etc.

 

 

Ergänzend kann man nutzen:

  • frischen Fisch
  • Fleisch vom Jäger
  • Kräuter
  • Beeren
  • Pilze
  • Insekten (je nach Jahreszeit, Neigung und Reiseland)

Meistens sind bei deren Beschaffung je nach Zeit und Ort, Land und Menge u.a. Naturschutzgesetze, Fischereigesetze oder auch Parkbestimmungen etc. zu beachten. Bei Beeren, Kräutern und Pilzen ist Kenntnis die Voraussetzung.


Sicherheit am Feuer (Kocher)…weiterlesen>>


Auf was kommt es beim Essen unterwegs an?

Essen ist wie auch Schlafen eines der wichtigsten Erholungsmomente für anstrengende Touren….wer gut isst, hat daneben noch Abwechslung und einen direkten Genuss. Bei schlechtem Wetter oder Stimmung immer wieder ein echter (Gemüts)Aufheller. Für andere ist es eher wichtig, dass es ordentlich den Magen füllt…manche essen auch wochenlang Nudeln Rot-Weiß ohne zu mucken. Kochen ist für manche Trekker ein Teil des Essens ..ihnen ist es zu wenig, nur Heißwasser in eine Alutüte zu kippen.

Gutes Essen beschafft dem Körper was er braucht:

  • Proteine
  • Fett
  • Kohlehydrate
  • Spurenelemente
  • Vitamine
  • Ballaststoffe
  • ...weiterlesen>>

Umgang mit Verpflegung unterwegs

Mäuse, Ratten, Vögel, Füchse (oder die eigenen Hunde!) und Insekten in der freien Natur freuen sich über zusätzliche Nahrungsangebote…..und eine Rucksackhaut oder auch Stiefel sind schnell angeknabbert, wenn sich darin Leckeres verbirgt oder sich (Tage vorher) verborgen hat!

  • Nahrung nie offen rumliegen lassen
  • Wenn möglich abseits des Zeltes oder der Schlafstelle kochen
  • Reste weit genug entfernt entsorgen
  • w.m. Nahrung  im Topf oder in Boxen verpacken
  • Nahrung ggf. zwischen zwei Bäumen aufhängen (Bodenabstand für Nager, Vögel,Füchse etc. mind. 2 m hoch, seitlicher Abstand zu Bäumen mind. 1,5 m, wenn möglich an dünnen Schnüren aufhängen …Balken sind für Nager fast Autobahnen, für Bären 5 m Höhe, Seitenabstand je mind. 2,5 m))
  • Im Zelt in einem Sack entweder direkt unter der Pullirolle als Kopfkissen oder im Zeltdach aufhängen ( In bestätigtem Bärenland nie im Zelt lassen!)


Kochen mit Gruppen

Wer mit Gruppen im Outdoor kocht, muss mehrere Dinge im Auge behalten:

  • Das Kochen selber
  • Das Material und seine Nutzung, Reinigung, Lagerung
  • Bewegungen um die Kochstelle herum
  • Sauberkeit der Kochstelle von Stolperstellen und Gefahren
  • Aufgabenverteilung
  • Sicherheitsmanagement

Eigene Übersicht

Entweder hilft die Gruppe durch Zuarbeiten,die man selber anleitet und aus der Mitte der Gruppe mitführt (Center-Position des GrpLtr) oder der Leiter dirigiert die Gruppe in ihrem Tun von außerhalb, ohne sich selbst zu binden ( Out-of Center-Position des GrpLtr).

Dies geschieht auch in Abhängigkeit von den o.g. Punkten….oder kurz gesagt: was kann man der Gruppe zutrauen und wie kommt man gut zum Ziel.


Wichtige Faktoren für durchgeführte bzw. durchgesetzte Lebensmittelhygiene sind Zeit, Gründlichkeit und ggf. Einweisung und Anleitung, um sauber zu arbeiten. Für den kommerziellen Bereich reicht es nicht, sich mal zwischenrein die Finger zu waschen….!!!


Allgemeine Punkte zu Sicherheit beim Kochen mit Gruppen / am Feuer
Ein Teil des Zieles  „Wir kochen uns unser Essen selber“  ist insbesondere….die Unversehrtheit der Köche!

Einige allgemeine Gefahren bein Kochen am offenen Feuer, Kocher oder auch gasbetriebenen Kochstellen :

  • hohe Temperaturen
  • Einfluss der Elemente, insbesondere des Windes
  • meist nicht fest eingebaute Kochstellen mit „bombenfester Stabilität“
  • ungewohnte Tätigkeit mit ungewohntem Material
  • in Gruppen oft auch mit neuen Personen, deren Ticks man noch nicht kennt
  • altersabhängige Reaktionen – Kinder kokeln immer und überall, auch beim Kochen…das ist normal, aber eben der falsche Ort und Zeitpunkt
  • Umgang mit schneidenden Werkzeugen mehr Personen auf oft engem Raum
  • Stolperstellen durch „mal eben abgestellte “ Schüsseln etc..

Wer sich der Gefahren bewusst ist, hat mehr Spaß..zurückschrecken braucht man nicht. 



(Outdoor)Kochen mit Kids

Es sei gleich gesagt: Kids heute sind noch ungeduldiger als wir es 1980 waren… viele kennen nur noch den Knopfdruck und zack ist es fertig. Die eigenen Produktionsschritte sind vielen nicht mehr bekannt, weil jemand anders es macht…und so staunen die Kids meist, was es alles braucht, um z.B. auf dem Feuer zu kochen. Und sie sind meist mit Feuereifer dabei und setzen es unglaublich schnell um…wenn man sie nur lässt und es aktiv steuert.

Wir haben als junge Pfadis immer auf dem Feuer gekocht, wir kannten in den 1980/90er Jahren  keine Kocher! Selbst auf einem schottischen Golfrasen, wo wir nachts (unwissend) aufbauten, haben wir in unserem Pfadizelt, der sog. Kothe gekocht…auf dem Feuer im Zelt mit 9 Jungs!…:-). 
Viele Kids heute haben richtig Lust auf Kochen draußen und freuen sich, wenn man ihnen z.B. zutraut, mit einem Messer und heißen Sachen umzugehen…aber nicht alle Kids können es. Der Leiter ist hier gefragt, sich schnell einen Überblick zu verschaffen und dann zu entscheiden wer was macht!
Dazu muss aber eben auch bekannt sein wo die Risiken liegen und wie man sie vermeidet.

In der Outdoorküche gilt besonders:
Gib der Sache Zeit!
In Diskussionen mit mauligen Kids kann man auch hierbei klare Regeln und klaren Ansagen problemlos durchsetzen…udn die Kids haben trotzdemm (oder deswegen?) einen Heidenspaß. Und es zählt der Grundsatz: Jeder kann was…man muss nur erkennen was er kann und es ihn dann auch tun lassen.“ Und wenn es eben mal (aus Erwachsenensicht!) „zu lange“ dauert…dann dauert es eben länger. Das Strahlen der Kurzen, wenn sie ihren eigenen Pfannkuchen gebacken und sich dabei mit anderen arrangiert haben, ist jedesmal ein Geschenk! Wer das Kochen ruhig, aber straff anleitet, kann auch bei den heute sehr schnell lebenden Kids sehr viel Tempo rausnehmen und sie mit einer entspannteren Gangart vertraut machen…die sie meist schnell und gerne annehmen! Gerade in der Outdoorküche lassen sich so einige Themen kombinieren, die sonst im Tagesdasein ganz anders aussehen: u.a. Heizen, Werkzeugnutzung, Kooperation, Naturkenntnisse, Technik, Essen, Gruppe.

Vorbild führt!
Die Sicherheit resultiert zu ca. 98 % aus dem Vorbild des Erwachsenen…nicht aus langen Erklärungen (auf Erwachsenenniveau), sondern Tun, das zu sehen ist…garniert mit rechtzeitigen Korrekturen, Warnungen und Hinweisen. Ggf. auch mal klarer Konsequenz und Nachjustierung…nach wenigen Minuten kann man so auch ein Rudel hungriger Jungwölfe für eine Zeit im Schach halten :-)!

Dabei ist auch zu beachten, dass hungrige Kinder rein biologisch bedingt i.d.R. nicht, oder nur ganz bedingt in der Lage sind, kognitiv oder intellektuell Großes zu leisten…Ihnen geht dann grade schlicht der innere Brennstoff aus.

Vorsicht oder Übersicht

Kids lernen schnell und wollen dies auch i.d.R., es ist ihr Wesen! Auch wenn es heute überall oft mehr darum geht, effektiv und wirtschaftlich in allem zu sein,es „sicher zu machen“ und zu behüten…man kann hierbei mit der eigenen Achtsamkeit und der Umsicht des Leiters sehr viele Mittelwege finden und durchführen. Die Kids können realistische Erfahrungen ohne überzogenen Risikofreude, ohne unnötige Einengung durch „Zeitmanagement“ machen. Sie freuen sich drüber und es bildet sie gleichzeitig und vielseitig.
Verbiete es ihnen nicht, wenn du zeigen kannst wie es geht und den Mut hast, sie selber vertretbare Erfahrungen machen zu lassen.