Fjällwandern – unterwegs im Norden


Nordschweden! Jeder Wildnistrekker bekommt glänzende Augen ….Fjäll! Einsame, wilde Landschaften, Raum für Touren, Seele baumeln lassen und Friluftsliv erleben. Das Fjäll (schwed.), Fjall (isländ.) oder Fjell (norweg.) bietet Raum und Ruhe im Überfluss, dazu Gebirge von einmaliger schroffer Schönheit und Wildheit. Tosende Wasser und große Seen laden ein zu Kanu- oder Packraftabenteuern (Trekking mit mitgeführtem Leichboot). Trekking, Fischen, Skitouren oder Kanutouren sind die traditionellen Beschäftigungen im Fjäll. Diesen und dem Fjäll Nordschwedens widmen wir hier unser Hauptaugenmerk….aus Leidenschaft und mit 30 Jahren Tourenleben.



PDF zum Thema“Sichere Fjälltouren-10 Tips“…>>


Wanderungen im Fjäll

Wandern im Fjäll ist anders als alles andere in Europa. Durch eine traditionell offene und gastfreundliche Haltung, einer großen Beliebtheit des Fjällwanders auch in Schweden selber, sowie das sog. Jedermannsrecht können im Fjäll ungewöhnliche Touren im Sommer und Winter gemacht werden. Fjälllandschaften im Norden Schwedens zeichnen sich aus durch:

  • Einsamkeit
  • Wenig Infrastruktur
  • Hütten und Stationen
  • Weitwanderwege
  • Viele Gewässer
  • Baumloses Kahlfjäll
  • Bewaldete Areale
  • Schroffe Felsformationen
  • Viele Wildtiere
  • Fischreichtum

Das Jedermannsrecht

Das „Allemannsrätt“ berechtigt zum freien Zugang zur Natur.

Privaten Personen ist  das Überqueren fremder Grundstücke dabei grundsätzlich ebenso erlaubt, wie Kanu fahren, Wandern und  Zelten. Beeren und Pilze für den Eigengebrauch zu sammeln ist ebenso möglich, wie in vielen Gewässewrn (nicht allen!) mit bezahlter Lizenz und Karte zu fischen. Ein Zelt darf außer auf Hausgrundstücken und Äckern i.d.R. für eine Nacht aufgeschlagen werden… Windschutzhütten sind für jedermann für Rast und Pause (nicht für Übernachtung ohne ECHTE Notfälle) zugänglich. Wird es dort mal eng, rutscht man eben zusammen und geniest gemeinsam einen heißen Tee. 
Feuermachen ist zumeist erlaubt – entfällt jedoch zwingend bei Brandgefahr. Pflanzen dürfen nicht geschädigt werden. „Bushcraft“ und „Survival“ unterliegen denselben Regeln wie überall. Die Verantwortung für die Infos hat allgemein der Nutzer vorher einzuholen.

Kommerzielle Gruppen unterliegen in weiten Bereichen auch hier einer Genehmigungspflicht wie in vielen anderen Ländern auch. Die Regeln hierzu sind örtlich/regional sehr unterschiedlich und können bei den Kommunen erfragt werden. Anträge dauern…da muss ggf. Monate vorher angefragt werden. Fehlende Erlaubnisse werden richtig teuer und sorgen in den letzten Jahren zunehmend für Ärger, weil das Jedemannsrecht gemäß eigener Neigung  zum eigenen Vorteil großzügiger als gedacht „interpretiert “ wird. 

Nationalparks, Naturreservate etc. unterscheiden sich von der deutschen Aufstellung erheblich. Insgesamt ist sehr viel erlaubt. Aber in vielen gibt es hierzu ebenso Einschränkungen, die vor den Touren gelesen werden sollten. Touristinformationen und lokale Behörden, örtliche Schilder geben Auskunft. Polizisten und Ranger schauen auch mal im Hubschrauber oder mit dem Quad im Gelände vorbei. 


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Was ist Fjäll?

Fjäll ist eine besondere Landschaftsform im Norden Europas. Als Hinterlassenschaft der letzten großen Eiszeit hat sin eine markante Landschaft gebildet, die vor allem durch ihre unglaubliche Weitläufigkeit beeindruckt. Weite Höhenrücken, tief ausgeschnittene Trogtäler und immer wieder Gewässer jeder Größe und Art, weitläufige Moore und endlose Wälder mit Birken, Kiefern und Fichten bestimmen die Landschaft. …weiterlesen>>


 


Touren und Jahreszeiten

Sonne, Regen, Gewitter gibt es ebenso wie Sturmzeiten – durch die offene, raue Landschaft bedingt, gewinnt alles an Nachdrücklichkeit und ist zeitweilig besonders beeindruckend.

Schneeschmelze ist zumeist im Mai…dann rauschen auch gewaltige Flüsse und kräftig angeschwollene Bäche mit Getöse zu Tal (siehe rechts oben) Die kleinen, transportablen Stahlbrücken sind dann noch nicht ausgebracht! Gwässerüberquerungen sind  zu dieser Jahreszeit besonders gefährlich. Furten und Überqueren sollte vorher ausreichend geübt werden.

 

Sommertouren können ca. ab Ende Juni bis Mitte Juli starten, ohne dass allzu große Schneelandschaften zu erwarten sind….schneefrei ist das Fjäll aber dann stellenweise  auch noch nicht ganz! (Siehe rechts Mitte)
Der Sommer ist kurz und kann sehr warm werden…braungebrannt aus dem Fjäll zurück zu kommen, ist ebenso drin, wie ständig frisch gewaschen durch kräftigen Regen. Vor Mitte Juni kann es noch sehr viel Schnee haben und das bedeutet dann in der Schmelze nasse, grundlose Moorlandschaften ebenso wie sumpfige Wäldchen in den Tälern und Niederungen.
Der Sommer endet mit mit einer gewaltigen Farbenpracht im September (siehe oben links) und geht dann Anfang Oktober schnell mit ersten Schneefällen und Eis an den Gewässern in  den Winter über (siehe oben rechts).

 

Der Winter dauert bis zur Schmelze im Mai. April und März sind die besten Monaten für Skiwanderungen und beschauliches Hüttenleben. (siehe rechts untern). Die Temperaturen können von leichten Plusgraden bis zu örtlich unter -30°C variieren.
Die Hütten des STF (Svenska Touristföreningen>>) sind dann wieder geöffnet und besetzt.
Für Wintertrekker ist i.d.R. nach dem Abzug der Hüttenwirte im September (ca. 20.09!) nur der Wintersicherheitsraum auf, der manchmal nur aus 2 Pritschen und einem Ofen besteht. Für Gruppen ist da meist kein Platz. In einzelnen Hütten sind auch größere Räume offen.Der Schnee ist perfekt für Back-Country-Skiing im freien Gelände ebenso wie auf den großen Weitwanderwegen. Mit Pulka, Zelt und Ski im Fjäll….der Traum von Freiheit wird wahr wie nirgends anders!


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