Sicherheit im Fjäll


Sicherheit im Fjäll…Im Fjäll lebt es sich gesund und gut beim Trekking. Jedoch kann in dieser einsamen Gegend ein Unfall oder eine ernste Erkrankung ebenso eintreten wie daheim. Um sich dann nicht gänzlich unvorbereitet zu zeigen, ist das Thema „Mit Sicherheit mehr Spaß“ von grundlegender Bedeutung für entspanntes Friluftsliv. Hier draußen ist jeder erst mal selber für sich verantwortlich. Hier findet ihr einige wichtige Grundinformationen……für Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung.



PDF zum Thema „Sichere Fjälltouren-10 Tips“…>>


Sicherheit im Fjäll – Allgemeine Punkte

Vorneweg: der überaus größte Teil aller Touren und Outdooraktivitäten geht absolut ohne Probleme über die Bühne. Ein gut ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis einerseits und das Bedürfnis nach Freilauf und wenig Reglementierung andererseits müssen immer wieder aufs Neue gegeneinander abgewägt werden (siehe Bild rechts). Ca. 95 % der Sicherheit resultieren aus dem eigenen Verhalten, der Vorbereitung, der Umgebung und etwas Glück…der Rest bleibt unterwegs am Ende dann doch unkalkulierbar. Mit entspanntem, aber doch aufmerksamem Auge und Ohren ist draußen schon viel getan. Stets Abstand von Tieren halten, erkennbare Gefahren meiden und bei Unsicherheit noch ein zweites mal prüfen…dann wird man nur selten überrascht und kann seine Wanderung gut genießen.

Andere Trekker können einem Tipps zum Weg geben, Hütten und Stationen bieten gemütliche Anlaufstellen und auch moderne Technik trägt neben einem selbst zu schönen Tagen bei. 

Die Sicherheit für Material, Abläufe und Gesundheit resultiert im Allgemeinen aus :

  • Wissen und Können
  • Erfahrung und Übung
  • Planung und Vorbereitung
  • Vorsicht, Weitsicht und Umsicht
  • Ausrüstung und Verhalten

 Aus Erfahrung sagen wir: Einer der wichtigsten Punkte ist es, einen Plan rechtzeitig anzupassen oder auch einmal umzudrehen. Keine noch so gute Ausrüstung kann den eigenen Verstand ersetzten – einem kritisch grummelnden Bauchgefühl sollte rechtzeitig zugehört werden…Bildergebnis für Smiley word


Nottelefon in Hütten

In den STF-Hütten gibt es oft ein fest eingebautes (Funk)Nottelefon, das direkt zur Polizei durchstellt und Notrufen vorbehalten ist (siehe Bilderreihe). Wo und in welchen Hütten ist in den Trekkingkarten eingezeichnet(Bild links). Anders als in Gebieten Mitteleuropas wartet hier nirgends eine Ambulanz um die Ecke und es kann bei schlechter Witterung oder nicht verfügbaren Helikoptern Stunden oder Tage dauern, bis Hilfe (durch)kommt. Bei den Tourenplanungen ist dies stets zu berücksichtigen. In Gebieten wie dem Sarek-Nationalpark oder abseits der Wege ist man noch weiter draußen. Wer solo wandert, muss sich klar sein, dass er ggf. ohne jegliches Back-up läuft….Abhilfe kann ein Tracker geben, der per Knopfdruck ein Alarmsignal sendet oder dauerhaft mitplottet und zu Hause auf dem Rechner gecheckt werden kann.


Telefonverbindungen per Handy

Die Handyverbindungen sind auch in den wilden Gebieten (auch aus der oft anspruchsvollen deutschen Sicht) sehr gut. Oft findet man auf Bergrücken, Höhen oder Plateaus Verbindung.  Es lohnt sich zwischenrein immer wieder, mal einen Check zu machen und die Positionen mit Handyverbindung einfach im GPS zu speichern, odr in die Karte einzutragen. Im Bedarfsfall hat man dann den direkten Zugriff und kann ggf. zur letzten Stelle mit Anschluss zurück laufen. Internet ist per Smartfone auch sehr oft zu bekommen, kann aber unter Umständen wie auch die Telefonverbindung streckenweise über Tage fehlen.


Überqueren von Gewässern…weiterlesen>>


Karte, Kompass,GPS

Dieser drei sind Pflicht bei jeder Tour. Der Umgang mit allein dreien sollte sicher sitzen und auch unter Stress abrufbar sein. Ersatzbatterien und Wasserschutz sind obligatorisch dabei und sollten jederzeit greifbar sein.


 Orientierung …weiterlesen>>


Sonstige Ausrüstung

Je nach Fitness,Wetter, Tourengelände und Dauer variiert die Ausrüstung. Außerhalb der Winterzeit genügt eine vollwertige, moderne 3-Jahrezeitenausrüstung i.d.R. vollauf für längere Wanderungen ( für alpine Regionen und Kletteraktivitäten, sowie Packraft/Kanu braucht es anderes Material). Das Gewicht ist ein wichtiger Faktor, letztlich bestimmen aber vier Parameter was benötigt wird:
Trocken.Warm.Sicher.Satt.
Nur aufs Gewicht zu achten, wäre leichtsinnig.


Kleine wichtige Gegenstände

Von besonderer Bedeutung sind oft die Kleinigkeiten. Bei (langen) Fjällwanderungen empfiehlt es sich, mögliche Szenarien gedanklich vor der Tour durchzuspielen..denn immer gilt: Dabei haben ist besser als irgendwann dringend brauchen..:-).
Hierzu zählen unabhängig von der Jahreszeit und der sonstigen Ausrüstung:

  • Für Brillenträger mit echten Stärken ggf. eine Ersatzbrille
  • Leichte Arbeitshandschuhe 
  • Ersatzschnürsenkel
  • Ersatzbatterien
  • Thermoskanne
  • ggf. eine zweite Sonnenbrille oder bei Wechselgläsern (z.B. moderne ballistische Brillen) Ersatzglas
  • Kopfbedeckung

Umgang mit der Ausrüstung

Die Ausrüstung ist nur so gut, wie sie intakt ist und genutzt wird. Vor längeren Touren lohnt es sich immer, jedes Stück in die Hand zu nehmen und gründlich zu checken. Je nach Wetter und Nutzungsaufwand ggf. auch unterwegs regelmäßig. Dann passieren einem Trekker keine plötzlichen Überraschungen…weil z.B. die seit einem Jahr liegende Stirnleuchte durch ausgelaufene Batterien defekt ist …etc.

Des weiteren raten wir:

  • Nasses immer gleich trocknen – auch unterwegs
  • Packordnug im Rucksack einhalten und ggf. nach je 2-3 Tagen wieder herstellen (Material wandert auf längeren Touren oft fleißig im Rucksack)
  • Die notwendige Pflege durchführen (Messer schärfen, Brillen putzen, Akkus laden, Nähte flicken, Stiefel reinigen, Batteriestände prüfen etc.)
  • Nachts im Zelt nie etwas unnötig rumliegen lassen…bei Regeneinbruch oder Sturm lohnt es sich, immer alles gut zu verpackt zu haben
  • Vor dem Zelt nichts herumliegen lassen (insbesondere keine Nahrung/Nahrungsreste)
  • Kochuntensilien stets gleich reinigen
  • Müll direkt verpacken
  • Wasserflaschen und Geschirr regelmäßig gut ausspülen
  • Unterwäsche und Socken regelmäßig waschen

Im Notfall warm halten: Feuer…weiterlesen>>


Umgang mit Verpflegung unterwegs

Mäuse, Ratten, Vögel, Füchse (oder die eigenen Hunde!) und Insekten in der freien Natur freuen sich über zusätzliche Nahrungsangebote…..und eine Rucksackhaut oder auch Stiefel sind schnell angeknabbert, wenn sich darin Leckeres verbirgt.

  • Nahrung nie offen rumliegen lassen
  • Wenn möglich abseits des Zeltes oder der Schlafstelle kochen
  • Reste weit genug entfernt entsorgen
  • w.m. Nahrung  im Topf oder in Boxen verpacken
  • Nahrung ggf. zwischen zwei Bäumen aufhängen (Bodenabstand für Nager, Vögel,Füchse etc. mind. 2 m hoch, seitlicher Abstand zu Bäumen mind. 1,5 m, wenn möglich an dünnen Schnüren aufhängen …Balken sind für Nager fast Autobahnen, für Bären 5 m Höhe, Seitenabstand je mind. 2,5 m))
  • Im Zelt in einem Sack entweder direkt unter der Pullirolle als Kopfkissen oder im Zeltdach aufhängen ( In bestätigtem Bärenland nie im Zelt lassen!)

Aufenthalt, Nahrung und Kochen in Bärenland 

Schweden ist Bärenland…und Bärenland hat eigene Regeln! Bären riechen hervorragend und sind clever. Aufzahllosen wanderungen in Lappland haben wir auch noch keinen Bären zu Gesichte bekommen, und auch in Alaska haben sie uns in Ruhe gelassen. Zugegeben, es ist ein bisschen aufwändiger z.B. abseits des Lagers ggf. zu kochen und immer drauf zu achten,keine Duftautobahnen zu legen…aber letztlich ist das doch nur ein geringer Mehraufwand der z.B. auch auf längeren Kanutouren mit viel Verpflegung schnell zur Routine wird. …Alaskaimpressionen weiterlesen>>


Sicherheit im Umgang mit Bären (Schweden)>>


Biwaksack

Er ist so wichtig, dass er einzeln beschrieben wird. Der BS schützt vor allem vor Wind und damit vor dem Verblasen von Körperwärme und der Auskühlung. Je nach Material schützt er auch vor Feuchtigkeit – vor Kälte nur in Verbindung mit wärmendem Material. Hier weiterlesen>>


Vorbereitung

Zur Vorbereitung gehören neben der Kenntnis des eigenen Materiales auch die allgemeine Tourenplanung und die körperliche Vorbereitung durch rechtzeitigen Ausdauersport wie Radeln, Schwimmen oder /und Joggen. Besonders effektiv und genussvoll sind natürlich regelmäßige Rucksackläufe mit dem späteren Originalmaterial.


Tourenplanung (folgt zeitnah)