Lagerküche


Die umfangreichere Lagerküche für ein Camp kann sehr unterschiedlich aussehen…von einem einfachen Kocher auf einer Bank bis zu einer aufwändigen Bretter- oder Astkonstruktion. Mit Gruppen eine Küche selber aufbauen ist ein Riesenspaß und eine doch nicht zu unterschätzende Zeitaufwendung…ein paar Stunden muss man schon einplanen. 


 


Baumaterialen

Man kann eigentlich alles nehmen, was zur Verfügung steht oder rangeschafft werden kann.

  • Bretter
  • Tische
  • Planen
  • Äste

Alles, was man nutzt, soll auch wieder abgebaut werden. Insbesondere Nägel, Draht und Schnüre müssen sehr sorgfältig abgebaut und mitgenommen werden.


Sicherheit

Der Fantasie sind nur da Grenzen gesetzt,wo es um Sicherheitsapekte geht:

  • Hygiene
  • Feuersicherheit
  • Standfestigkeit
  • Windstabilität
  • Übersichlichkeit

Wo Erwachsene bauen, müssen sie bedenken, dass alle Arbeitsflächen, Lagerungen und Griffe  für Kids deutlich niedriger liegen müssen…ihre Perspektive ist eine ganz andere und die Gegenstände brauchen andere Dimensionen, Höhen und Zugänglichkeit! Gruppen sollte man dann auch in die Abbläufe und Örtlichkeiten einweisen…denn die meisten haben nur die Kenntnisse um die Abläufe in der eigenen Küche daheim. Draußen sehen die Dinge oft reichlich anders aus.


Gewitter und Sturm

Diesen beiden Aspekten muss beim Bau zwingend Rechnung getragen werden! Wetter passiert nicht eben so …es baut sich mit mehreren Tagen Vorlauf auf. Die Infos bekommt man auf unzähligen Wetterdiensten im Netz…und die 3-Tage -Prognose hat eine Zuverlässigkeit von über 90 %, die 7-Tage-Ansage immerhin von ca.  80%. Der vor Ort herrschende Luftdruck und seine Tendenz zum Steigen oder Fallen ist ein hervorragendes Indiz für das kommende Nahzeitwetter. Wer die Augen aufhält und sich mit den Basics auskennt, wird nur selten in Verdruss kommen. So sollte z.B. im Juli/August/September bei einem Camp die Küche keinesfalls unter der einzigen großen Tanne auf dem freien Platz gebaut werden: Gewitter gehen oft einher mit starken Winden oder gar Unwettern…und Blitzen.

Solche „Antennenbäume“ sind zwingend zu meiden.


Verbindungen

Materialien müssen so verbunden werden, dass sie auch nach Tagen oder einer Woche inteniver Nutzung, kräftigen Windbören oder Daueregen (oder allem)  stabil sind und sich nicht in Nichts auflösen. Dazu kann man alle möglichen Materialien nehmen:

  • Seile 
  • Schnüre
  • Draht
  • Nägel
  • Schrauben
  • Kombis aus mehreren Möglichkeiten

Naturschutz

Wenn eine Küche gebaut wird, ist die Versuchung groß, „mal eben“ einen langen Nagel in die fette Buche zu hauen oder in stationären Camps mit Akkuschrauber und Schrauben  etwas an Ästen aufzuhängen. Grundsatz ist :

Nichts zerstören

Nichts verletzten

Nichts zurücklassen

Hinzu kommt, dass ggf. aus Naturschutzgründen zu bestimmten Jahreszeiten ein bestimmter Platz nicht genutzt wird…z.B. eine hoch stehende Wiese mit Blumen und Kräutern, die von Bienen und Hummeln genutzt wird. Dann eben 5 m weiter links und eine Nummer kleiner bauen: Davon geht die Welt ja auch nicht unter. Wenn bekannt ist, dass ein Greifvogelhorst besetzt ist, schadet es auch nicht, unter einem anderen Baum aufzubauen.


Abfall, Feuer und Nahrungsmittel

Diese drei Bereiche brauchen ihre eigenen Örtlichkeiten abseits des direkten Kochbereiches.

Feuer 

Klar muss die Feuerstelle nahebei der Arbeitsflächen sein…jedoch sollte immer genügend Luft dazwischen sein. Insbesondere wenn Kids oder eine ganze Gruppe beim Kochen aktiv sind, ist es ratsam um die Feuerstelle gut und gerne 2 m Luft und freien Raum zu lassen, wenn das geht. So kommt es nicht zu einem wilden Wooling an einem Ort, sondern zu einer gewisse Entzerrung. Und die  verschafft Überblick und Ruhe.

Die Stelle zum Holzhacken sollte ebenfalls ein Stück entfernt sein, um zu vermeiden, dass irgendwer beim Axtausholen oder beim Rumfliegen des gespaltenen Holzes getroffen wird. Insbesondere Kinder haben überhaupt kein konkretes, technisches Verständnis für die Gefahren die in Axt und Beil liegen…je näher sie beim Hacken dran sein können, um so lieber ist es ihnen! Mit dem Satz“ Geh weg, das ist gefährlich“ können sie nichts anfangen..er ist abstrakt und zu undefiniert. Bei Jugendlichen (meist Jungs) dreht es sich sogar noch weiter…sie wollen oft wissen, wie weit sie gehen können. Da lohnt sich Abstand und vor allem: Werkzeug nie unbeaufsichtigt rumliegen lassen.

Abfall und Nahrungsmittel

Beide haben für Tiere die gleiche magische Anziehungskraft…ob in der Wildnis oder im Stadtwald! Abfall gehört auch nicht in die Küche, sondern deutlich abseits….jedoch nicht außer Sicht! Tiere merken sehr schnell ob sie beobachtet werden oder nicht….zu stille Orte laden noch mehr ein. Sie finden garantiert den Weg hin und es gibt Tiere die das besser können als andere….Ameisen sind die Könige der Essensräuber. Direkt gefolgt von Mäusen, Wespen und …..Waschbären.
Sowie den eigenen mitgebrachten Lagerhunden.
In Ländern mit Braunbären und Wölfen gelten nochmals andere Regen: Sie anzufüttern kann lebensgefährliche Gewöhnungseffekte bei den Tieren schaffen…..und sie ebenso dann schnell die Scheu vor Menschen verlieren lassen. Abfall zurück zu lassen oder nicht umsichtig zu behandeln, hat dieselbe Wirkung wie Futter auszustreuen!…weiterlesen>>


Feuer-Hot Stuff!…weiterlesen>>


Hunde in Camps

Hunde haben in der Küche und am Arbeitsplatz zur Nahrungsbereitung absolut nichts verloren…nicht nur der Essensräuberei wegen! 
Wer schon mal erlebt hat, wie sich Hunde ggf. um Revier und Nahrung balgen können, der will dies nicht neben den Kids erleben, die sich grade z.B. mit einem Messer Stöcke für das Grillen schnitzen oder neben einem Kocher mit heißem Wasser sitzen. Und es möchte auch niemand bei einem Schritt rückwärts über dem Fellbündel hinter ihm der Länge nach hinfallen……t…Sowas endet regelmäßig im Desaster!

Hunde gehören schlicht und einfach an die Leine und in ihre Revier…z.B. an ihr Zelt. Sie schlafen bis zu 18 Stunden am Tag wenn man sie nur lässt und sie nehmen es auch nicht krumm, wenn sie in der Zeit an der Leine sind. Das „Recht des Hundes auf freien Auslauf“ gibt es nicht …in Camps, Essensbereichen der Gruppen und Küchen draußen schon gar nicht.